Erstmals Verpackungen aus 100-Prozent HDPE-Recyclat

 

Nach dem sensationellen Erfolg der Kunststoff-Flasche aus 100% recyceltem PET mit einem Anteil von 20% aus dem Gelben Sack, ist die Werner & Mertz GmbH einen Schritt weitergegangen und hat auch die Verpackungen aus PE (Polyethylen) in den Fokus gerückt.

Werner & Mertz hat zusammen mit Flaschenhersteller Alpla-Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG und dem Grünen Punkt neuartige Flaschen für Reinigungsmittel aus Recyclingkunststoff aus der Quelle „Gelber Sack“ entwickelt und hergestellt.

Für diese Pionierleistung erhält Werner & Mertz den diesjährigen Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ – das gab die Jury am 18. August bekannt. Die Jury lobte die Pionierleistung zugunsten echter Kreisläufe und Schonung endlicher Ressourcen bei nahezu identischer Aufmachung vergleichbarer Flaschen aus Neumaterial. Außerdem würdigte sie die Beibehaltung des ursprünglichen Erscheinungsbildes und Qualität der Flaschen ohne Einschränkung der Produktsicherheit. Die Vergabe des Deutschen Verpackungspreises fand am 27. September im Rahmen der Messe FachPack in Nürnberg statt.

Aktuell werden in Mainz, im Werk der Werner & Mertz GmbH, zum ersten Mal weltweit emsal Bodenpflege Parkett und der green care PROFESSIONAL TANET SR 15 in 100 % PE-Recyclat aus der Quelle „Gelber Sack“ produziert. Auf Dauer werden alle PE- Verpackungen der Marken von Werner & Mertz in der neuen Qualität aus Recyclingkunstoff aus dem Gelben Sack gefertigt.

Bisher gab es keine geeigneten Qualitäten für transluzentes und weißes Material aus dem Gelben Sack. Dies zeichnet diese Neuentwicklung besonders aus. Herkömmliche PE-Recyclat-Qualitäten erfüllten diese Voraussetzungen nicht.

Im Entwicklungsprozess galt die Herausforderung, aus der Quelle Gelber Sack Altplastik aus PE zu identifizieren, das einerseits den physikalisch-technischen Anforderungen des anspruchsvollen Herstellprozesses - dem Extrusionsblasformprozess - genügt und andererseits die Verpackungsfunktion mit höchster optischer Qualität erfüllt. Dazu wurde ein möglichst transluzentes Material benötigt, um den Füllspiegel des Produktes für den Endverbraucher sichtbar zu machen.

Die am Markt vorhandenen PE-Recyclat-Qualitäten können diese Voraussetzung nicht erfüllen. Im Gegenteil: Es wird mit dunklen Farbtönen die Vergrauung des Materials kaschiert. Das erklärte Ziel der Recyclat-Initiative ist aber der Verzicht auf Einfärbung, denn nur so wird echte Recycling- und Kreislauffähigkeit erreicht. Der jetzt verwendete rPE-Rohstoff stammt aus der bislang für hochwertige Anwendungen nicht genutzten Quelle Gelber Sack und besteht infolge verbesserter Farbtrennung überwiegend aus naturfarbenen und weißen Flakes. Ein optimierter Waschprozess und ein in den Prozess integrierter zusätzlicher Dekontaminationsschritt sind weitere wichtige Entwicklungen in der Herstellung hochwertiger rPE-Verpackungen. Werner & Mertz ist es in der Entwicklungskooperation nicht nur gelungen, einfache Flaschenformen mit 100% Recyclat herzustellen sondern sogar Griffflaschen mit weitaus anspruchsvolleren Stabilitätseigenschaften. 

„Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie eine nachhaltige Lebensweise mehrheitsfähig werden kann. Die Überwindung des vermeintlichen Widerspruchs zwischen Ökologie und Leistungsfähigkeit von Reinigungsmitteln ist dabei unser Anliegen. Konkret bedeutet dies, mit allen wesentlichen Elementen unseres Produktes, d. h. bei Rezeptur, Verpackung und Produktionsumständen, mindestens eine Entwicklungsgeneration vor der bisherigen ökologischen Benchmark zu liegen. Mit unserer neuesten Entwicklung von PE- Verpackungen aus Post Consumer Recyclat zeigen wir auf, wie echte Kreislauffähigkeit aussieht“, erklärt Reinhard Schneider, Inhaber von Werner & Mertz und Initiator der Recyclat-Initiative.

„Mit der Recyclat-Initiative setzt Werner & Mertz ein Zeichen für die Kreislaufwirtschaft der Zukunft“, betont Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts. „Gemeinsam können wir in der Initiative zeigen, was im Kunststoffrecycling möglich ist. Wir haben in den letzten Jahren zusammen große Fortschritte gemacht – und wir sind noch lange nicht am Ende der Entwicklung angekommen.“