Ocean Plastic


Die Ellen MacArthur-Stiftung verdeutlichte Anfang 2016 in Davos ein weltweites Problem, für dessen Lösung die Recyclat-Initiative konkrete Ansätze entwickelt. Je effektiver wir recyceln, desto eher lösen wir also das Problem.

Mehr Plastik als Fische im Meer?

Dies könnte laut einer aktuellen Studie der Ellen MacArthur-Stiftung bereits in rund 35 Jahren Realität werden – wenn wir so weitermachen wie bisher.

Plastikmüll in den Ozeanen ist ein weltweites Problem und geht uns alle an. Dabei sind nicht nur die großen „Müll-Inseln“ eine unmittelbare Gefahr für Meerestiere und Vögel, sondern auch das fast unsichtbare Mikroplastik, das über die Nahrungskette auch auf unseren Tellern landet. Der Plastikmüll, der in den Meeren treibt, wird nämlich durch Wellenbewegung und UV-Licht allmählich so stark zerkleinert, dass das sogenannte „Microplastik“ entsteht, welches von den Meeresbewohnern statt oder mit der üblichen Nahrung aufgenommen wird.

Die Lage ist besorgniserregend. Doch es gibt Möglichkeiten, Müll im Meer von vorneherein zu vermeiden – effektives Recycling und umweltschonende Kreislaufwirtschaft!

Die Recyclat-Initiative von Werner & Mertz und seinen Partnern setzt sich daher intensiv dafür ein, dass PET-Plastikabfälle hochwertig wiederverwertet werden, anstatt die Umwelt zu belasten. Aktuell werden Kunststoffabfälle vorwiegend minderwertig recycelt und – vor allem in Übersee – zu minderwertigen Produkten weiterverarbeitet. Dabei nimmt ihre Qualität so stark ab, dass sie irgendwann gar nicht mehr recycelt werden können – und so endet ihr Dasein entweder auf einer Deponie, oder in der Verbrennungsanlage.

Die Kooperation im Rahmen der „Recyclat-Initiative“ hat gezeigt, dass es auch anders geht. Mit viel Innovationskraft, Überzeugung und Durchhaltevermögen haben die Partner einen Lösungsansatz entwickelt, bei dem die PET Wertstoffe aus der bisher für die Herstellung von Verpackungen ungenutzte Quelle „Gelber Sack“ so hochwertig wiederaufbereitet werden, dass sie wieder recycelt werden können. Das Ziel: Echte Kreislaufwirtschaft! Damit Plastikabfälle weder ins Meer gelangen, noch verbrannt werden müssen.

Denn landet ein Kunststoff erst einmal auf einer Deponie oder in einer Verbrennungsanlage, ist er für die Kreislaufwirtschaft verloren. Rund 80 Prozent des Plastiks in den Meeren stammt derzeit von ungesicherten Deponien weltweit. Starke Winde und Regenfälle treiben die Kunststoffe nach und nach in die Meere. Die in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern vorrangige Verbrennung von Plastikverpackungen erzeugt aus jedem Gramm PET drei Gramm CO2.

Dem setzt die Recyclat-Initiative eine neuartige Sortiertechnologie entgegen, die eine hochreine „Extrahierung“ von PET auch aus stark vermischten und verschmutzten Kunststoffabfällen aus dem Gelben Sack ermöglicht. Das Ergebnis ist ein transparentes Recyclat, das in einem geschlossenen Kreislauf ohne weitere Abfallentstehung gehalten werden kann. Auch bei PE-Kunststoffen führt eine gezielte Sortierung und Dekontamination der sogenannten „Sekundärrohstoffe“ aus dem Gelben Sack zu hochwertigen Ausgangsmaterialien für Neuverpackungen, die ihrerseits wiederum zu 100% recycelbar sind – und da schließt sich der Kreis.

Die Recyclat-Initiative ist eine „Open-Innovation“. Das heißt, jeder kann mitmachen. Langfristig könnte die ressourcen- und umweltschonende Kreislaufwirtschaft somit zum Standard werden und sich auch über Branchen- und Ländergrenzen hinweg durchsetzen. Die Meere würden es uns danken.