Ein gelber Sack ist voller Wertstoffe

Produkte in Haushalt und Industrie sind heute ohne Kunststoffe nicht vorstellbar - von der Lebensmittelverpackung über Kinderspielzeug bis hin zur Hightech-Maschine. Kunststoff wird aus Erdöl hergestellt. Das ist ein teurer und knapper Rohstoff. Recycling gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Eine wertvolle Quelle dafür ist der „Gelber Sack“.

Rohstoffe sind kostbar und in naher Zukunft soll es keinen Abfall mehr geben – so jedenfalls will es die Europäische Union. Metalle, seltene Erden, Öl und Gas werden weltweit immer knapper und alternative Rohstoffquellen werden immer wichtiger.

Doch Recycling ist gar nicht so einfach. Der Schlüssel zu hochwertigen Recyclingprodukten liegt in der Qualität der sogenannten „Recyclate“- also dem Material, dass beim Recyclingprozess entsteht und als Ausgangsmaterial zur Herstellung neuer Produkte dient. Diese Qualität ergibt sich schon zu Hause beim Verbraucher - genauer gesagt, bei der Sammlung der Wertstoffe. Mit dem „Gelben Sack“ und der „Gelben Tonne“ hat der Grüne Punkt Standards gesetzt, die die Wiederverwertung der Kunststoffabfälle überhaupt erst möglich machen. 2,5 Millionen Tonnen Leichtverpackungen aus verschiedenen Kunststoffen, Metallen und Verbundstoffen sammelt das duale System Jahr für Jahr auf diese Weise ein.

„Der Grüne Punkt“ des „Dualen System Deutschland“ bietet in Form seiner Marke „Systalen“ Kunststoffe aus Post-Consumer-Recyclaten an, also aus Kunststoffverpackungen und -produkten, die beim Verbraucher als Abfall anfallen und im sogenannten „Gelben Sack“ landen. Rund 40 Prozent daraus werden zu neuem Kunststoff. Daraus lassen sich hochwertige Recyclingprodukte herstellen, die auch für die Herstellung per Spritzguss und Extrusion geeignet sind.

In Deutschland gibt es moderne Sortieranlagen, in denen die verschiedenen Kunststoffe, Metalle und andere Materialien zum großen Teil sortenrein voneinander getrennt werden, und das vor allem maschinell. Dabei werden auf dem Weg vom Abfall aus dem Gelben Sack bis hin zum Kunststoffgranulat zahlreiche Arbeitsschritte durchlaufen. Was mit dem Sammeln von Wertstoffen in den eigenen vier Wänden anfing, beginnt damit von neuem – hochwertige Endprodukte aus Recyclat treten wieder in den Wertstoffkreislauf ein.

Die Entwicklung schreitet voran! Im Rahmen der „Open Innovation“ der Recyclat-Initiative wird bereits hochmoderne Laserspektroskopie eingesetzt, um die PET-Abfälle so fein zu sortieren, dass sie zur Herstellung neuer, transparenter und sogar lebensmitteltauglicher PET-Verpackungen wiederverwendet werden können. In einem anderen Projekt ist es Werner & Mertz gemeinsam mit dem Grünen Punkt und ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH weltweit erstmalig gelungen, auch PE-Abfälle aus dem Gelben Sack zur Herstellung transluzenter PE-Flaschen zu gewinnen. Im September 2016 gab es dafür den „Deutschen Verpackungspreis“ in der Kategorie „Nachhaltigkeit“.